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So deutlich hatten das auch Pessimisten nicht erwartet: Der Itzehoer SV verlor nach einer desolaten ersten Spielhälfte beim Aufsteiger PSV Union Neumünster mit 1:5 (0:4) und verliert im Abstiegskampf der SH-Liga weiter an Boden.
ISV-Trainer Lars Lühmann war am Sonnabend wahrlich nicht zu beneiden: Zunächst hatte er im Vorfeld mit aller Macht versucht, trotz aller Personalsorgen dennoch eine konkurrenzfähige Mannschaft auf die Beine zu stellen. Es wurde sogar in aller Eile mit Rene Krahl ein Spieler aktiviert, der in dieser Saison aus beruflichen Gründen kürzer treten wollte. Als Alternativen auf der Bank hatte Lühmann dennoch nur den angeschlagenen Sebastian Barth sowie als Ersatztorhüter seinen Co-Trainer Baufeldt sitzen.
Und dann musste er mit ansehen, wie die Steinburger bei einem Team wie dem PSV Union Neumünster, das bisher nicht als Übermannschaft in Erscheinung trat, vor allem im ersten Durchgang hoffnungslos unterging. Es reichte den Gastgebern eigentlich schon, lange Bälle nach vorn zu spielen und auf Fehler der Itzehoer zu warten.
Ob es an dem veränderten System lag? Um nach vorne Akzente zu setzten und im Mittelfeld kompakt aufzutreten, war der ISV mit einer 3:5:2-Formation in die Partie gegangen. Doch vor der Pause klappte rein weg gar nichts bei dem Lühmann-Schützlingen. Die Bälle wurden in der Vorwärtsbewegung zu schnell verloren und das Team kam überhaupt nicht in die Zweikämpfe, fand keine Einstellung zu Spiel und Gegner.
Letztlich machten es die ISV-er ihrem Gegner viel zu leicht. Patrick Fürst (15.) und Andre Eggers (22.) zur schnellen 2:0-Führung waren die Nutznießer einer im ersten Durchgang desolaten Spielweise der Itzehoer. "Vor der Pause haben wir uns angestellt wie der Abstiegskandidat Nr. 1", resümierte Lars Lühmann nach dem Abpfiff. "Ich selbst muss mir vielleicht auch den Vorwurf machen, nicht rechtzeitig wieder auf die Viererkette umgestellt zu haben." So nutzte kurz vor der Pause erneut der überragende Patrick Fürst (40. nach Yilmaz-Freistoß, 45.) mit einem Doppelschlag die Verwirrung in den Reihen der Gäste zum 4:0 – mehr als eine Vorentscheidung. ISV-Keeper Sören Wiechert verhinderte mit seinen Paraden einen noch wesentlich höheren Rückstand seines Teams.
Die Umstellung auf die gewohnte Viererkette in der ISV-Abwehr erfolgte dann in der Halbzeitpause. Prompt lief es etwas besser bei den Steinburger, möglicherweise waren aber auch die Neumünsteraner angesichts des klaren Vorsprungs nicht mehr ganz so konzentriert bei der Sache.
Eine Resultatsverbesserung wäre sogar möglich gewesen, doch Björn Scheffel (46.) zögerte bei seiner Möglichkeit direkt nach dem Wiederanpfiff zu lange mit dem Abschluss. Auch Carsten Wulff hatte in der 65. Minute kein Glück mit seinem Distanzschuss. Mehr zu notieren gab es erst gegen Ende der Partie. Zunächst brachte Neumünsters "Dauerrenner" Patrick Fürst den Ball scharf vor das ISV-Tor, von wo er letztlich von Christian Schümann zum 0:5 (88.) in die Maschen des ISV-Gehäuses sprang. Schließlich besorgte Jörn Beckmann mit einem Kopfball nach scharfer Hereingabe von Carsten Wulf den Ehrentreffer zum 1:5 eine Minute vor dem Abpfiff.
PSV Neumünster: Spantig – Puphal, Pinkert, Jahnsen, P. Schenzer – Tinney, Jurkic – Maliszeweski, Yilmaz, Fürst – Eggers (62. Aktas)
Itzehoer SV: Wiechert – Schimann, Krahl, Sacipi – Leskien, Schümann, Wulf, Perlowsky (67. Barth), Beckmann – Matz, Scheffel
Tore: 1:0, 3:0, 4:0, 5:0 Fürst (15./40./45./87.), 2:0 Eggers (22.), 5:1 Beckmann (89.)
Schiedsrichter: Glindemann (Hemmingstedt)
Quelle: Norddeutsche Rundschau |