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Totaler Einbruch nach 2:0-Führung   
Kategorie:  1. Herren 2005/06 Montag, 31. Oktober 2005

Unglaublich. Wie schon in Meldorf am vergangenen Sonntag brach auch heute gegen den TSV Plön die Truppe von Trainer Detlef Fink in der zweiten Hälfte total ein. Dabei hatte bei herrlichem Fußballwetter am Lehmwohld alles so gut begonnen.

Mehr oder minder aus dem Nichts gelang dem ISV bereits nach elf gespielten Minuten die 1:0-Führung. William Gueridonn zirkelte einen Freistoß aus dem linken Halbfeld direkt auf die Stirn von Sturmtank Henning Groth. Zwar bekam Plöns Torwart Bohrmann noch die Finger an den Ball, konnte den Einschlag aber nicht mehr verhindern. Dieser schnellen Führung hätte nur neun Minuten später sogar das 2:0 folgen müssen. Doch Henning Groth schlenzte die Kugel aus 14 Metern nur Zentimeter am rechten Pfosten vorbei, nachdem er im Laufduell drei Plöner "im Regen" stehen ließ.

Etwa eine halbe Stunde mussten die mitgereisten Fans der Gäste auf den ersten Torschuss ihrer Mannschaft warten. Jens Helms probierte es aus der Distanz, zielte aber knapp am linken Winkel vorbei. Im direkten Gegenstoß eine Riesenchance für Gueridonn den zweiten ISV-Treffer zu markieren. Freistehend nach einem Steilpass brachte er den Ball im Sechzehner des TSV unter Kontrolle, doch der herauseilende Keeper Bohrmann pflückte ihm das Leder im letzten Moment vom Fuß.

Fünf Minuten vor der Pause endlich das ersehnte zweite Tor für die Störstädter. Wieder war Henning Groth per Kopf erfolgreich. Einen von Gueridonn getretenen Eckball köpfte er wuchtig und unhaltbar in die Maschen. Bereits sein zehnter Saisontreffer. Nur kurz währte jedoch die Freude über diesen Zwischenstand. Nach einer Flanke von Christian Sievers drückte Plöns Spielertrainer Ismet Nac den Ball ebenfalls per Kopf zum 2:1 Halbzeitergebnis über die Linie.

Kurz nach dem Seitenwechsel wäre Berat Sacipi fast das 3:1 gelungen. Im Fallen bugsierte er den Ball von der Strafraumgrenze in Richtung des gegnerischen Gehäuses, aber das Leder kullerte knapp am linken Pfosten vorbei. Glück für den völlig verdutzten Plöner Schlussmann Bohrmann.

In diesem, für ein Kellerduell, überaus fairen Spiel lief es in der Folgezeit vorerst weiter wie über weite Strecken in Hälfte eins. Beide Mannschaften mit etwa gleich vielen Spielanteilen, allerdings ohne sich größere Chancen zu erspielen. Auffällig beim ISV einzig die von William Gueridonn ausgeführten Standards, aus denen auch beide Treffer resultierten. So gut wie jedes Mal segelten seine Bälle brandgefährlich in den Sechzehner der Gäste. So auch in der 55. Minute. Henning Groth versuchte aus fünf Metern per Flugkopfball an den von Gueridonn herein geschlagenen Ball zu kommen, verfehlte das Leder aber um Millimeter.

Mitte der zweiten Hälfte riskierten die bis dahin sehr gefällig agierenden Gäste dann etwas mehr und drückten die Hausherren immer weiter in die eigene Hälfte. Auf den Rängen machte sich die Hoffnung breit, dass diese offensivere Spielweise nur für eine kurze Dauer Bestand haben würde und sich die Steinburger Jungs alsbald befreien könnten um das Ergebnis "nach Hause zu schaukeln". Mitnichten. Der Druck nahm von Minute zu Minute zu und so häuften sich die Fehler im Itzehoer Abwehrverbund. Allmählich gingen Konzentration und Ordnung verloren, sodass sich mehr und mehr Chancen zum Ausgleich für den TSV ergaben.

Etwas glücklich dann allerdings der Ausgleichstreffer für den TSV. Plöns Jens Helms zog im Strafraum des ISV zwei Verteidiger auf sich, die seinen Torschuss zwar abwehren konnten, der Ball dafür aber zum goldrichtig stehenden Papadopoulos sprang. Dieser, kurz zuvor erst eingewechselt, ließ sich nicht lange bitten und schob ohne Mühe freistehend aus wenigen Metern zum 2:2 ein.

Die Lehmwohld-Elf hatte sich von diesem Treffer noch gar nicht richtig erholt, da stand es auch schon 2:3. Andreas Simonsen schraubte sich nach einer Flanke von der linken Seite im Fünf-Meter-Raum am höchsten und bugsierte die Kugel per Kopf ins Netz. Trotz der Führung durch diesen Doppelschlag ließen die Gäste jedoch nicht locker, spielten weiter nach vorne und hielten den Druck hoch. Dem ISV gelang es somit in der Schlussphase nicht mehr, sich zu befreien und Torchancen zu erspielen. Im Gegenteil. In der Nachspielzeit erhöhte der TSV sogar noch auf 4:2. Unbeachtet von der Defensive des ISV schlich sich Plöns Nac in den Sechzehner und forderte den Ball. Mit einem trockenen Linksschuss, und unter tatkräftiger Mithilfe des linken Innenpfostens, besiegelte er die endgültige Niederlage des ISV.

Der TSV verdiente sich diesen Sieg schlussendlich durch höhere Risikobereitschaft und zielstrebigere Offensivaktionen. Beim ISV herrscht unterdessen weiterhin Tristesse, nach diesem zu leichtfertig aus der Hand gegebenen Spiel. Die Elf von Detlef Fink rutschte aufgrund dieser neuerlichen Pleite auf Rang 13 der Tabelle ab und liegt lediglich noch zwei Zähler vor dem ersten Abstiegsrang.

Am kommenden Sonntag geht es nun zum torhungrigsten Team der Liga, dem Tabellen-Dritten SV Henstedt-Rhen. Die Vorzeichen könnten kaum schlechter sein, doch die Hoffnung auf einen Sieg stirbt am Lehmwohld zuletzt.

Itzehoer SV: Schnackenberg - Fründt, Krause, Leskien - Pries (53. Bischoff), Matthiessen (68. Justus), Bigler, Tüchsen, Gueridonn (72. Lühmann) - Groth, B. Sacipi

TSV Plön: Bohrmann - Heine, Schäfer, Sievers, Simonsen - Barbiye (55. Schnalke), Göben [67. Papadopoulos (83. Wilfert)], Pfennig, Helms - Gabriel, Nac

Tore: 1:0 Groth (11.), 2:0 Groth (39.), 2:1 Nac (42.), 2:2 Papadopoulos (71.), 2:3 Simonsen (74.), 2:4 Nac (90.)

Gelbe Karten: Tüchsen - Schäfer, Schnalke

Zuschauer: 170

Schiedsrichter: Björn Adler (TSB Flensburg)

 
 
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