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Lehmwohld-Elf weiter auf Talfahrt   
Kategorie:  1. Herren 2005/06 Montag, 24. Oktober 2005

Wieder einmal musste ISV-Trainer Detlef Fink seine Anfangsformation auf mehreren Positionen, im Vergleich zum letzten Spiel bei Strand 08, aus verschiedenen Gründen ändern. Ole Matthiessen und Sven Tüchsen kehrten in die Startelf zurück, während Michel Pries diesmal von Beginn an ran durfte und dabei eine ansprechende Leistung bot.

Nachteilig wirkten sich diese Umstellungen jedoch keineswegs aus. Im ersten Durchgang dominierten die Störstädter die Partie bei Verbandsliga-Aufsteiger TuRa Meldorf nach belieben, vermochten ihre spielerische Überlegenheit allerdings nicht zu nutzen. Während es die Gastgeber in den ersten zwanzig Minuten nur selten schafften die eigene Hälfte zu verlassen, versuchten die Itzehoer ein ums andere Mal die kompakt stehende Defensive der Gastgeber zu durchbrechen. Ein schweres Unterfangen, da es den Meldorfern in brenzligen Situationen immer wieder gelang den Ball zurück zu erobern. Nach exakt 22 Minuten trauten sich die Hausherren dann doch über die Mittellinie und gaben den ersten Schuss auf das Gehäuse von ISV-Schlussmann Florian Schnackenberg ab. Damit stand es sogleich 1:0 für TuRa! Unglaublich. Frank Krause versuchte in der eigenen Hälfte in Bedrängnis einen Lupfpass zu Torben Fründt, welcher aber von den Meldorfern abgefangen werden konnte und so einen schnellen Angriff einleitete, den TuRa Stürmer Peter Laursen mit dem ersten Treffer des Nachmittags abschloss.

Die Steinburger Jungs ließen sich davon jedoch wenig beeindrucken. Es ging weiterhin fast ausschließlich in eine Richtung. In die von Meldorfs Goalie Sven Hinrichs. Die Itzehoer taten sich aber schwer, eine Lücke im Meldorfer Defensiv-Verbund zu finden. So dauerte es bis zur 37. Minute, ehe den Störstädtern der hochverdiente Ausgleich gelang. Alexander Bigler fasste sich ein Herz und zog einfach mal vom Strafraumeck ab. Trocken links unten ins Eck, das 1:1. Henning Groth besaß sogar noch kurz vor dem Halbzeitpfiff die Riesenmöglichkeit auf 2:1 für Itzehoe zu erhöhen. Seinen Volleykracher aus wenigen Metern bugsierte Torhüter Hinrichs aber mit einem starken Reflex über den Querbalken.

Meldorfs Trainer Sascha Thießen, bis zur letzten Saison noch Torhüter beim Itzehoer SV, schien in der Kabine die richtigen Worte gefunden zu haben. Schien es doch anfangs der zweiten Hälfte so, als wollten die Gastgeber nun mehr für das Spiel tun. Wesentlich offensiver begannen sie nach Wiederanpfiff und wurden mit Torschuss Nummer zwei direkt belohnt. Torge Thede ließ aus gut 30 Metern einen strammen Schuss Richtung linkes unteres Eck los, den ISV-Torhüter Schnackenberg unglücklicherweise direkt vor die Füße von Peter Laursen abklatschte. Laursen nutzte seine Chance und schob zum zweiten Mal in den Itzehoer Kasten ein. Diese 2:1-Führung hielt aus Itzehoer Sicht zum Glück nicht lange. Fast im direkten Gegenzug der erneute Ausgleich. William Gueridonns Freistoß-Flanke drückte Henning Groth per Kopf zum 2:2 ins Netz.

TuRa verfiel nun wieder in den alten Trott und überließ dem ISV das Spielfeld. Das rächte sich gut 20 Minuten vor dem Ende. Ole Matthiessen spielte die Kugel direkt durch die Gasse zweier Meldorfer Verteidiger auf Berat Sacipi, der den Ball gekonnt mitnahm und per Linksschuss gegen die Laufrichtung des Torhüters das 3:2 für den ISV erzielte. Auch in diesem Fall währte die Freude nur kurz. Denn wenige Sekunden später zappelte das Leder wiederum im Netz. Diesmal zum 3:3-Ausgleich für TuRa. Nach einem Eckball versenkte Dennis Garloff die Kugel unbedrängt per Kopf. Für Meldorf anscheinend der "Wachmacher". Mit kurzen direkten Pässen in die Spitze erspielten sie sich jetzt etliche Chancen gegen eine zu euphorisch nach vorn spielende Itzehoer Mannschaft, in deren Defensive sich fortan große Lücken auftaten. Eine dieser Möglichkeiten bescherte dem Aufsteiger folgerichtig die 4:3-Führung. Meldorfs Toptorjäger Diekmann spielte die Itzehoer Verteidiger im Sechzehner schwindelig, und schoss aus spitzem Winkel unbedrängt ins lange rechte Eck. Keine Chance für Keeper Schnackenberg. TuRa blieb trotz der Führung am Drücker und suchte nun die endgültige Entscheidung. Diese fiel in der 85. Minute. Erst wurde Michel Pries nach einem leichten Rempler mit der Gelb-Roten Karte des Feldes verwiesen. Der darauf folgende Freistoß landete punktgenau beim freistehenden Henning Schnepel, der keine Mühe hatte aus kurzer Distanz zum 5:3 einzuköpfen.

Das Spiel damit entschieden, aber noch nicht zu Ende. Kurz nach dem Treffer musste auch noch Wiegand Leskien verletzungsbedingt ausgewechselt werden. Bleibt zu hoffen, dass er sich nicht neben den bereits langzeitverletzten Stammkräften einreiht.

Ob der spielerisch guten und über weite Strecken dominierenden Leistung wäre ein Punkt in Meldorf sicherlich verdient gewesen. Doch TuRa war an diesem Nachmittag mit Fortuna im Bunde und bestrafte jede Nachlässigkeit sogleich mit einem Treffer. Diese Effektivität bescherte ihnen am Ende die drei Punkte und den Itzehoern vorerst den weiteren Verbleib im Tabellenkeller. Zwar befindet sich der ISV weiterhin auf dem Elften Rang in der Tabelle, doch der Abstand zum ersten Abstiegsplatz ist auf drei Zähler zusammengeschmolzen. Daher ist ein Sieg gegen den sich ebenfalls in der Abstiegszone tummelnden TSV Plön am kommenden Sonntag, 14:00 Uhr, im heimischen Lehmwohldstadion eigentlich Pflicht.

Itzehoer SV: Schnackenberg - Fründt, Krause, Leskien (89. Hecht)  - Matthiessen, Pries, Bigler, Tüchsen, Groth - Gueridonn, B. Sacipi

TuRa Meldorf: Hinrichs - Möller - Manshardt, Strowig - Thede, Hornig, Schnepel, Lemburg, Garloff - Diekmann (89. Saulic), Laursen (54. Niestadt)

Tore: 1:0 Laursen (22.), 1:1 Bigler (37.), 2:1 Laursen (50.), 2:2 Groth (53.), 2:3 B. Sacipi (69.), 3:3 Garloff (71.), 4:3 Diekmann (75.), 5:3 Schnepel (85.)

Gelbe Karten: Diekmann, Garloff, Laursen, Thede - Pries, Tüchsen

Gelb-Rote Karte: Pries (84.)

Zuschauer: 400

Schiedsrichter: Jan Kohlmann (SSG Rot-Schwarz Kiel)

 
 
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