|
Nach 1986 - und damit 19 langen Jahren - ist es endlich wieder soweit: der Itzehoer SV beendet als erster der Tabelle die Verbandsligasaison! Der dafür dringend benötigte Sieg gegen die "Zweite" des VfR Neumünster wurde durch einen 1:0 Erfolg im heimischen Lehmwohldstadion eingefahren. Obgleich der vor einigen Wochen bekannt gemachten Entscheidung des Nichtaufstiegs in die Oberliga im Meisterfall, wollte sich die Mannschaft diesen Erfolg am letzten Spieltag nicht mehr nehmen lassen. Zwar gewannen die Verfolger ihre Spiele zum Teil deutlich, doch letztlich reichte der Ein-Punkte-Vorsprung.
315 Zuschauer waren am Lehmwohld zu Gast, um den ISV im Rennen um den Titel zu unterstützen und anschließend die Meisterschaft zu feiern. Und diese sollten während der letzten 90 Minuten der Saison von ihrem Team nicht enttäuscht werden.
Bereits in den Anfangsminuten zeigten die "Steinburger Jungs", dass sie an diesem Tag als Sieger den Platz verlassen wollten. Durch den auch während des Spiels anhaltenden starken Regen waren die Platzverhältnisse alles andere als optimal, dennoch versuchten die Akteure das Beste daraus zu machen. Sofort ergriff die Lehmwohl-Elf die Initiative und spielte druckvoll nach vorne, ohne sich dabei allerdings nennenswerte Chancen zu erarbeiten. Die Gäste aus Neumünster schienen dies schon erwartet zu haben, spielten sie doch anfangs sehr verhalten und konzentrierten sich vornehmlich auf ihre Defensivarbeit. Nach etwa 20 gespielten Minuten verlagerte sich das Spiel zunehmend ins Mittelfeld. Offensivaktionen konnten die zahlreich erschienene Zuschauer nun kaum bewundern. Knapp zehn Minuten vor der Pause reagierte ISV Coach Kurt Hesse auf das noch immer anhaltende Mittelfeldgeplänkel. Mit Erfolg. Für Sturmtank Henning Groth musste Berat Sacipi weichen. Dies sollte sich nur Sekunden später gleich auszahlen. Durch die neue Zuordnung in der Verteidigung herrschte bei den Gästen ein wenig Verwirrung, was William Gueridonn prompt zum 1:0 ausnutzte. Nach einem überlegten Pass von Frank Lüdke schlenzte er die Kugel aus 18 Metern durch eine Lücke in der Defensive des VfR unhaltbar ins linke Eck. Auch die zweite Hälfte begann der ISV wie die erste: druckvoll nach vorne agierend, aber ohne sich dabei nennenswerte Möglichkeiten herauszuspielen. Neumünster spielte nun zielstrebiger nach vorne, kam aber ebenso zu keiner guten Gelegenheit. Häufig versuchten sie es mit Fernschüssen, was auf diesem glitschigen Untergrund nicht die schlechteste Alternative war. Jedoch mangelte es den Schützen an Präzision. Zirka 20 Minuten nach Wiederanpfiff kam der ISV zu einer guten Chance auf 2:0 zu erhöhen. Dirk Hellmann zog eine Flanke mustergültig in den Strafraum der Gäste, wo Henning Groth schon lauerte und das Leder wuchtig auf den gegnerischen Kasten köpfte, diesen aber um wenige Zentimeter verfehlte. Der ISV jetzt mit seiner besten Phase. Sebastian Barth bekam den Ball im Strafraum völlig frei auf den Fuß, doch Neumünsters von Levern warf sich im letzten Moment in seinen Schuss und verhinderte so den Einschlag im Gehäuse von Keeper Wendt. Ein Konter über Henning Groth bot die nächste Chance einzunetzen. Mit einem Querpass setzte er seinen mitgelaufenen Sturmkollegen Sebastian Barth gut in Szene, doch dieser schob die Kugel knapp über den Querbalken des VfR. Gut 15 Minuten vor dem Ende beschränkte sich der ISV lediglich darauf das Ergebnis zu halten und über sich bietende Konter zum Erfolg zu kommen. Diese wurden allerdings immer seltener, da der VfR die Hausherren in ihrer Hälfte einschürte und auf den Ausgleich drängte. Dadurch verfiel das Spiel ein wenig in Hektik, doch letztendlich schaukelte die Lehmwohld-Elf das Ergebnis über die Zeit und holte sich die drei, zur Meisterschaft unbedingt notwendigen, Punkte. Alles in allem ein verdienter Sieg, was zeitgleich auch den Titel in der Verbandsliga bedeutete. Herzlichen Glückwunsch! Die Zuschauer applaudierten noch minutenlang nach dem Schlusspfiff, während die Mannschaft und die dazugehörigen Personen, die ihren Teil zu diesem Erfolg beigetragen hatten, auf dem Platz ausgiebig feierten. Zwar steigen sie nicht auf, doch schon jetzt freut man sich beim ISV, dem nahezu alle Spieler der Meistermannschaft erhalten bleiben, auf die kommende Serie in der Verbandsliga. Vor dem Spiel wurden natürlich noch diejenigen Spieler verabschiedet, welche in der kommenden Saison nicht mehr mit an Bord sind. Dies sind im Einzelnen: Sascha Thießen, Frank Lüdke, Dirk Hellmann und David Ander Wir wünschen ihnen bei ihren neuen Vereinen bzw. Tätigkeiten viel Erfolg! Auch Meister-Trainer Kurt Hesse wird den Verein verlassen. Ihm wünschen wir bei seiner neuen Station viel Erfolg und bedanken uns für die gute und langjährige Zusammenarbeit. Itzehoer SV: Thießen - Andres, Leskien, Lüdke - Krahl, Hellmann, Freise, Siedschlag, Gueridonn (90. Lühmann) - B. Sacipi (37. Groth), S. Barth VfR Neumünster II: Wendt (80. Schulz) - Schmidt, von Levern, Wieben - Arpe, Jahnsen, Babiah, Ocak (89. Hartmann), Slominski - Gosch (46. Schnack), Altun Tor: Gueridonn (39.) Gelbe Karten: Gueridonn - Schnack, Wieben Zuschauer: 315 Schiedsrichter: Thorsten Holst (TuS Holtenau)
|